Apotheker fordern mehr Geld für das Gesundheitswesen
 
Apothekerkammer unterstützt Vorstoß der Ärztekammer zur Anhebung des BIP-Anteils im Gesundheitssektor
 
Die Österreichische Apothekerkammer schließt sich der Forderung der Ärztekammer an die Politik an, den Anteil des BIP für das Gesundheitswesen signifikant zu erhöhen. Die Standesvertretung der Ärzte fordert eine Anhebung auf zwölf Prozent und orientiert sich dabei an den Nachbarländern Deutschland und Schweiz.

„Das österreichische Gesundheitswesen zählt zu den besten der Welt. Wir dürfen nicht zulassen, dass wir diese Spitzenposition verlieren, weil wir mit anderen Ländern nicht schritthalten können. Sie basiert unter anderem auf der engen, gut funktionierenden Zusammenarbeit von Ärzte- und Apothekerschaft“, betont Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer.

Sorge um Einflussnahme der Konzerne
Einigkeit zwischen Ärzten und Apothekern als Vertreter der Freien Berufe herrscht auch beim Thema Schutz vor privaten Investoren. „Die Unabhängigkeit dieser Berufe darf nicht von der Einflussnahme durch Konzerne, die rein auf Gewinnmaximierung ausgerichtet sind, untergraben werden. Sowohl Arzt- als auch Apothekerberuf beruhen auf Vertrauen, Empathie und persönlicher Beratung. Diese Werte gilt es gegenüber Konzernen zu verteidigen. Das Ziel ist immer die bestmögliche Gesundheitsversorgung der Menschen. Freiberuflichkeit ist ein schützenswertes Gut“, mahnt Mursch-Edlmayr.

Übernahme von ärztlichen Leistungen durch Apotheker
Zum Thema Delegieren ärztlicher Leistungen gibt es in der Apothekerkammer bereits konkrete Ideen, wie etwa die Medikationsanamnese, die Führung von Fieberkurven durch Krankenhausapothekerinnen und -apotheker oder die Weiterverordnung bei Dauermedikation. Dies kann zur Entlastung der Ärzte und damit zur Attraktivierung der ärztlichen Tätigkeit beitragen.

Klares Nein zur Ausweitung der sogenannten ärztlichen Hausapotheken
Eine ärztliche Hausapotheke ist eine Notabgabestelle für Medikamente und kann die öffentliche Apotheke in keiner Weise ersetzen. Diese leistet Bereitschafts- und Wochenenddienste, hat keine Urlaube und steht den Menschen mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten zur Verfügung. Das umfangreiche Medikamenten-Sortiment und die fachkundige Beratung durch Apothekerinnen und Apotheker findet man in keiner ärztlichen Hausapotheke.
Entscheidend für die Qualität des heimischen Gesundheitswesens und damit für das Wohl der Menschen ist die gute Kooperation zwischen den Gesundheitsberufen. Mursch-Edlmayr ist überzeugt: „Die Bevölkerung braucht Arzt UND Apotheker.“

OTS-Aussendung der Österreichischen Apothekerkammer vom 10. September 2019

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