2004-01 TV Apothekerin: Sendungen im Jänner
Termine und Themen
Jeden Mittwoch in der Fernsehsendung "Willkommen Österreich" (Beginn 17.05 im FS 2):
Die Arzneimittel-Expertin, Apothekerin Mag. Barbara Haase.

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ORF, Willkommen Österreich
1136 Wien, Kennwort "Apothekerin"

Termine und Themen Jänner 2004

Mittwoch, 7. Jänner
    Feste feiern ohne Kater
    Kaum haben wir uns von den Weihnachts- und Silvesterfeierlichkeiten erholt, warten in den nächsten Wochen jede Menge Faschingsfestivitäten auf uns.
    Wie soll man diese Zeit möglichst ohne Kater überstehen?
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    Mag. Barbara Haase hat so manche Tipps!
    Was wäre das Leben ohne Feste. Diese sind meist allerdings mit dem Genuss von Alkohol verbunden - manchmal mehr, als man eigentlich verträgt. In der Apotheke gibt es einiges, was den Kater am Morgen danach nicht allzu heftig schnurren lässt. Seinen Namen hat der "Kater" übrigens nicht vom schnurrenden Haustier, sondern vom Katarrh.
    Wie Katerkopfschmerzen entstehen ist noch nicht eindeutig geklärt. Es gibt verschiedene Theorien und dementsprechend auch verschiedene Tipps Hauptverantwortlich für die Kopfschmerzen ist dasMethanol beziehungsweise dessen Abbauprodukt, das Formaldehyd. Methanol ist ein Verwandter des "normalen" Alkohols Äthanol. Methanol findet sich in Spuren vor allem in dunklen und minderwertigen Weinen und in anderen
    dunklen Alkoholika. Wenn es im Körper abgebaut wird, entsteht das giftige Formaldehyd. Das ist der eigentliche Übeltäter und bringt den Kopf zum brummen.
    Neuere Untersuchungen zeigen, dass Rotwein im Gegensatz zu Weißwein oder Bier besonders viel Serotonin freisetzt. Dies erklärt auch warum letztere beiden seltener Kopfschmerzen verursachen als Rotwein.

    Wer auf die Wirkung von Schmerzmitteln baut, sollte sich für den Fall des Falles eines mit Magenschutz besorgen.

    Was einen den nächsten Morgen so zittrig erleben lässt, ist der Mangel an Flüssigkeit und Mineralsalzen.
    Der Genuß von Alkohol führt nämlich zur Entwässerung des Körpers.
    Dadurch kann es zu Austrocknungserscheinungen kommen. Mit der Entwässerung geht ein Mineralstoffverlust einher, der zur Störung des Ionenhaushalts führt. Außerdem wird der Glukoseanteil im Blut drastisch reduziert, was zu Entkräftungserscheinungen führt.

    Deshalb wird empfohlen: Mineralstoffe und Glukose (Traubenzucker) zuführen, zusätzlich sollte jedoch auch Fruktose (Fruchtzucker) substituiert werden.
    Fruktose, besonders viel davon ist im Honig enthalten, fördert den Alkoholabbau. Neben Honig ist auch der Tomatensaft eine weitere gute Quelle, um sich mit Fruktose zu versorgen. Auch er hilft, den Alkohol schneller zu verbrennen.

    Weitere Tipps zur Regeneration:
      Verzichten Sie auf klassische "Kater Cocktails" wie "Bloody Mary" sowie auf andere alkoholische Getränke, denn sie mildern die Symptome nur kurz. Besser reichlich Mineralwasser trinken.
      Die allgemeine Übelkeit lässt sich auch gut besänftigen. Zum Beispiel mit Nux vomica, der Brechnuss. Dabei handelt es sich eine homöopathische Zubereitung aus der Apotheke. Gemäß der Homöopathiedevise "Ähnliches heilt Ähnliches" soll die Brechnuss die Übelkeit vertreiben. Die kleinen Kügelchen (Globuli) werden noch vor dem Schlafen gehen eingenommen.
      Bei Anzeichen von Hunger raten Fachleute zu leichten Mahlzeiten, zum Beispiel Gemüsesuppe oder fettarme Bouillon.
      Licht, Sauerstoff und Bewegung regen ebenso wie Wechselduschen den Kreislauf an. Falsch wäre es, sich im dunklen Zimmer zu verkriechen. Große Hitze und starke körperliche Anstrengung sollten jedoch vermieden werden.

    Am Abend davor:
    Mineralstoffverlust rechtzeitig ausgleichen.
    Statt am Morgen danach Rollmöpse im Rahmen des Katerfrühstücks zu essen, sollten diese besser vor dem Katzenjammer verzehrt werden, denn der Rollmops enthält reichlich Mineralstoffe. Neben Natrium (enthalten im Salzgebäck oder Mineralwasser) geht dem Körper auch Magnesium verloren. Magnesium ist ein Effektor von circa 300 verschiedenen Enzymen und Enzymsystemen. Es wird daher empfohlen, schon vor dem Schlafen gehen 250 bis 500 Milligramm Magnesium (Magnesiumbrausetabletten aus der Apotheke) einzunehmen.
Mittwoch, 14. Jänner
    Läuse
    Vor allem nach längeren Ferien kommt es in Schulen und Kindergärten häufig zu Lausbefall.
    Wie man läusefrei wird und auch bleibt, sagt uns Apothekerin Mag. Barbara Haase.

    TIPPS VON MAG. BARBARA HAASE-

    Symptome
    Die Parasiten stechen zur Blutaufnahme mit ihrem Saugrüssel und bringen ein Speicheldrüsensekret in die Haut, um die Blutgerinnung zu hemmen. Dadurch entsteht ein Juckreiz. Durch das Kratzen können sich die Wunden infizieren und es können Papeln oder ekzemartige Hauterscheinungen auftreten.
    Übertragung
    Von Kopf zu Kopf, nebeneinander hängende befallene Kleidungsstücke, Pölster, Decken, Kämme, Plüschtiere.
    Behandlung
    Zweierlei Wirkstoffprinzipien: die eine Wirkstoffgruppe (Pyrethroide) sind synthetisch hergestellte Stoffe, die einem Wirkstoff in Blüten verschiedener Chrysanthemenarten ähneln; ist ein Kontaktgift, dass in das Nervensystem der Insekten eindringt.

    Die 2. Variante ist ein rein pflanzlicher, milder Wirkstoff (Kokosnussderivat). Besonders geeignet für Kinder, Schwangere und stillende Mütter.

    Ganz wichtig: genau den Anweisungen des jeweiligen Präparates Folge leisten. Es ist eine hartnäckige Angelegenheit.
    Shampoo: Einwirkzeit genau einhalten, nach dem Waschen mit einem Nissenkamm das Haar kämmen (engmaschiger Kamm). Die Nissen kleben knapp am Haaransatz.
    Sprays: unbedingt auch auswaschen!
    Für Pölster und Decken gibt es speziell dafür vorgesehene Behandlungssprays.

    Läuse sterben ab 51 Grad ab. Daher Kämme etc. in entsprechend temperiertes Wasser legen.

    Sämtliche Familienmitglieder und nahe Freunde informieren und am besten mit einer Lupe untersuchen.

    Wenn Lausbefall entdeckt wird, auf jeden in der Schule bzw. Kindergarten etc. melden und erst wieder bei "Lausfreiheit" am Unterricht teilnehmen lassen.
Mittwoch, 21. Jänner
    Vitamin C
    Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit sollten wir unserem Körper genügend Vitamin C am besten durch die Nahrung zuführen. Dadurch sind wir weniger anfällig für Erkältungen und Grippeerkrankungen. Wenn die natürliche Zufuhr nicht ausreicht, sollte man zu Vitamin C Präparaten greifen.
    Tipps von Mag. Haase zum VITAMIN C
    Vitamin C zählt zu den wasserlöslichen Vitaminen.
    Es spielt bei zahlreichen physiologischen Stoffwechselprozessen eine große Rolle, beim Cholsterinabbau, beim Fettstoffwechsel , beim Eisenstoffwechsel und zum Beispiel bei der Steigerung der Immunantwort.Es ist ein Radikalfänger.
    Vitamin C - Bedarf; momentane Empfehlung liegt bei um die 100 - 110 mg bei Erwachsenen.
    Schwangere und stillende Mütter: 110 - 150 mg, wobei der Bedarf in der Stillperiode höher liegt als in der Schwangerschaft.
    Raucher: im Vergelcih zu einem Nichtraucher besteht hier ein 2- 3fach höherer Bedarf.
    Bei HerpesInfektionen soll eine täglcihe Aufnahme von 1800 mg Vitamin C in einer Kombination mit Bioflavonoiden den Schmerz lindern, die Abheilung der Blasen und die Trocknung fördern.
    Bei Erkältungskrankheiten haben Studien gezeigt, daß die Krankheitsdauer vermindert wird.
    durch einige Arzneistoffe steigert sich der Vitamin C - Bedarf, wie zum Beispiel Tetrazykline (Antibiotika), Ass, Indometacin.
    Vitamin C - gehalt von Nahrungsmitteln
    Quelle: "Vitamine, Spurenelemnte, Mineralstoffe", Thieme Verlag, Orthomolekulare Medizin, Uwe Gröber
    Hagebutte: 1250 mg
    Sandddornsaft: 266 mg
    Orange: 50 mg
    Kartoffel gekocht mit Schale: 14 mg
    Paprika roh: 138 mg
    Vitamin C - Mangelsymptome:
    Sie fühlen sich müde, antriebslos; schlecht heilende Wunden; reizbar; Zahnfleischbluten, Zahnfleischentzündung; Schleimhautblutungen; niedrigere Stresstoleranz; Risiko für Zivilisationskrankheiten kann gesteigert sein, wie Herzerkrankungen, diabetische Spätschäden.

    Bei zu hoher Dosierung kann es zu akuten Durchfällen kommen.

    Wenn höherer Bedarf notwendig ist, oder durch eine einseitige Ernährung der Vit C - Bedarf nicht gedeckt werden dann, gibt es Möglichkeiten der Substition mittels Brausetabletten, Lutschtablettten (Vit C wird auch schon über Mundschleimhaut resorbiert), Tabletten mit verzögerter Freisetzung, Sanddornsaft als standardisiertes Präparat in der Apotheke.

    Bei einer regelmäßig notwendigen Einnahme von Eisen ist es günstig Vit C dazu zu kombinieren, da dadurch die Eisensaufnahme unterstütz wird. Aber Vorsicht: in manchen Eisenpräparaten ist aus diesem Grund Vit C schon kombiniert, daher ist es wichtig, sich bei der Wahl der Präparate beraten zu lassen, damit es zu keinen Überdosierungen kommen kann.

    VitaminC ist sehr instabil, daher in kein heißes Wasser geben, außer es ist ein Vitamin C - Heissgetränk.
Mittwoch, 28. Jänner
    Halsentzündung
    Viele Menschen in Österreich leiden derzeit unter Halsschmerzen und Halsentzündungen - meist als Folge der Grippewelle, die sich seit Tagen in Österreich ausbreitet.
    Mag. Barbara Haase, Apothekerin, weiß mit welchen Mitteln man dagegen ankämpfen kann.

    Für die Selbstmedikation stehen die verschiedensten Darreichungsformen zur Verfügung: Lutschtabletten, Gurgellösungen, Rachensprays.
    Ganz gut für die Lokalbehandlung sind die Lutschtabletten, ergänzend dazu eine Gurgellösung.
    Die Rachensprays sind auch für Kinder gut geeignet. In manchen Sprays ist eine eigene Kombination von Wirkstoffen, wobei der eine Wirkstoff als Trägersubstanz für den anderen dient und damit eine längere Haltbarkeit gegeben ist.
    Mit den Sprays kann man sehr gut die entzündeten Stellen erreichen.

    Schluckschmerzen:
    Weitere Inhaltstoffe wirken gut schmerzlindernd, da sie lokalanästhetische Wirkung haben.
    Wenn Sie Lutschtabletten mir einem Antiobiotikum anwenden, dann bitte regelmäßig bis zum Abklingen der Symptome.
    Manche Kunden klagen über Wundgefühl im Rachenraum. Dafür sind heilende und entzündungsghemmende Inhaltsstoffe geeignet.
    Wenn es im Bereich des Kehlkopfes sitzt, sind Lutschtabletten geeigneter als Gurgellösungen, da man den Bereich mit einer Gurgellösung nicht gut erreichen kann.

    Pflanzliche Inhaltsstoffe, die Linderung verschaffen sind Salbei, Kamille, Arnika, Rathaniawurzel.
    Auch die ätherischen Öle des Thymian, Eukalyptus helfen.
    Wenn die Stimme beginnt zu versagen, sind Pastillen mit einem reinen Quellsalz sehr zu empfehlen. Man kann sie lutschen, oder auch eine größere Anzahl in eine warme Milch geben, auflösen und trinken. Mit diesem Trick holen sich Sänger oder Schauspieler oft Ihre Stimme für Ihren Auftritt zurück.

    Je schneller bei den ersten Anzeichen mit einer lokalen Behandlung begonnen wird, umso erfolgreicher kann man die Entzündung, die ja auch oft viralen Ursprungs ist, bekämpfen.
    Linderung von Halsschmerzen bringt zum Beispiel Gurgeln mit warmem Kamillen-, Tormentill- oder Salbeitee.
    Ganz gut ist auch, täglich 2-3 Tassen Eibischtee zu trinken.

    Der Presssaft aus dem Purpursonnenhutkraut ist auch in Form von Lutschtabletten erhältlich und ist gedacht zur Vorbeugung und unterstützender Behandlung bei immer wieder kehrenden Atemwegserkrankungen.

    Weitere Tipps: warme Halswickel, inhalieren, viel trinken, Fruchtsäfte meiden, da sie eher reizen können.

    Bei Heiserkeit sollte konsequent auf das Sprechen verzichtet werden. Würde mit großer Anstrengung gesprochen oder geflüstert, könnten kleine Verletzungen an den Stimmbändern entstehen, warnt die Klinische Linguistin Anja Sauer von der Neurologischen Rahaklinik Bad Camberg. Dies führe häufig zu chronischen Schäden wie Knötchen, Polypen oder Schwellungen an den Stimmbändern, so die Expertin in der Zeitschrift "Öko-Test".

Anmerkung: zum Abspielen der Sendungen ist der Windows Mediaplayer erforderlich!

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