2004-06 TV Apothekerin: Sendungen im Juni
Termine und Themen
Jeden Mittwoch in der Fernsehsendung "Willkommen Österreich" (Beginn 17.05 im FS 2):
Die Arzneimittel-Expertin, Apothekerin Mag. Barbara Haase.

Wenn Sie Fragen an unsere Apothekerin haben, schreiben Sie dem ORF
ORF, Willkommen Österreich
1136 Wien, Kennwort "Apothekerin"


    Foto: ORF/Günther Pichlkostner

Termine und Themen Juni 2004

Mittwoch, 2. Juni 2004
    Medikamente richtig einnehmen
    Vergangene Woche hat uns die Apothekerin Mag. Barbara Haase erklärt, wie Tabletten und Dragees richtig eingenommen werden. Diesmal geht es um Tropfen, homöopathische Mittelchen und Zäpfchen.

    Selten aber doch lautet manchmal eine Dosierung: ½ Zäpfchen
    Wenn Sie schon ein Zäpfchen teilen müssen, und die Umstände lassen keine andere Wahl, dann der Länge nach, nicht quer. Der Länge nach ist noch am ehesten eine wirkliche Dosishalbierung möglich.

    Antibiotikumsäfte bei Kindern: Das Pulver ist oft nicht gelöst, sondern es liegt eine Suspension vor. Das heißt - vergessen Sie nicht, wenn notwendig zu schütteln, denn durch das längere Stehen liegt der Wirkstoff am Boden des Gefäßes.
    Halten Sie sich an die Aufbewahrung - Kühlschrank oder Raumtemperatur. Oft abhängig vom Arzneistoff ist die Aufbewahrungstemperatur gewählt. Wenn ein AB-Saft im Kühlschrank gelagert wird, obwohl Raumtemperatur nötig wäre, dann kann der Arzneistoff zum Beispiel Ausflocken und die Wirksamkeit ist reduziert.
    Geben Sie Kindern genug zum Nachtrinken. Kinder zerbeißen manchmal die kleinen Körnchen des Pulvers und das kann ein Grund sein, warum es bitter schmeckt.

    Tropfen: Oft ist man der Meinung - der Tropfer funktioniert nicht.
    Es gibt 2 Systeme bei den Tropfeinsätzen, wobei das eine System ein senkrechtes Halten verlangt, das andere System ein Schräg - Halten.
    Tropfen verdünnen:
    Fragen sie bitte nach, ob Tropfen verdünnt eingenommen werden dürfen oder nicht. Es kann bei manchen Arzneien aus physikalischen Gründen durch die Verdünnung zu einer massiven Dosissteigerung kommen.

    Es gibt verschiedene Systeme, wie der Arzneistoff eingebettet ist, und davon unter anderem abhängig seine Permeation.
    Wirkstoff wandert über die Haut in das darunter liegende Gewebe und die Blutgefäße. Bei einer Klasse des TTS (transdermale therapeutische Systeme)- , so genannte membrankontrollierte Pflaster, tritt der Arzneistoff, wenn das Pflaster beschädigt wird durch zum Beispiel Zerschneiden, kann der Arzneistoff schlagartig freigesetzt werden.
    Bei matrixdiffusionskontrollierten Systemen ist ein Zerschneiden zum Teil möglich. Nach Teilen eines Pflasters muss es unbedingt wieder zurück in die Folie und in die Verpackung gegeben werden. Beachten Sie die erlaubten Hautstellen beim Aufkleben. Die Permeabilität wird vom Applikationsort und von der Dicke der Hornschicht beeinflusst.
Mittwoch, 9. Juni 2004
    Homöopathe
    Immer mehr greifen zu Homöopathika, doch nicht immer gibt es Sicherheit, wie diese speziellen Medikamente eingenommen werden sollen.
    Mag. Barbara Hasse erklärt heute, wie diese Medikamente dosiert werden um den besten Wirkungsgrad zu erreichen.
    Tipps von Frau Mag. Haase
    Globuli: im Mund zergehen lassen, Babys und Kleinkindern unter die Zunge legen.
    Dilutationen (Flüssigkeiten): auf die Zunge auftropfen, oder in Wasser und jeden Schluck längere Zeit im Mund behalten, dann erst schlucken.
    Triturationen (Verreibungen, pulverform):
    Jeweils am besten ½ Std. vor der Einnahme und nach der Einnahme nichts essen, trinken oder rauchen. Die Homöopathischen Mittel wirken über die Mundschleimhaut, nicht über den Magen.
    Keine Mentholhältigen Arzneien, Zahnpasten etc. gleichzeitig anwenden.

    Unter anderem hängt die Häufigkeit der Gaben von der Potenzierung ab.
    Das bedeutet: Auf jedem Fläschchen sieht man ein D4, oder D30, oder D12 oder C4, oder LM 12.

    Samuel Hahnemann (1755-1843) entwickelte ein eigenes Verfahren zur Herstellung von Arzneimitteln. Die Arzneien werden stufenweise verdünnt und zwischen jedem Verdünnungsschritt verrieben bzw. verdünnt. Dieser Verreibung bzw. dem Verschütteln kommt eine große Bedeutung zu. Erst dadurch, zusammen mit der Verdünnung, wird die Arzneikraft in vollem Maße erschlossen.

    Dieses Verfahren nennt man Potenzierung, abgeleitet vom lateinischen "Potenz" – die Kraft, das Leistungsvermögen.

    Verdünnung:
    1:10 - Dezimal
    1:100 - Centisimal
    1:50 000 - Quniquagintamillesimal (auch LM)

    Quellen: Kottwitz, Friedrich: Bönninghausens Leben-Hahnemanns Lieblingsschüler, O-Verlag 1985Hahnemann Samuel: Organon der Heilkunst, 6. Auflage, 1842
Mittwoch, 16. Juni 2004
    Lichtempfindlichkeit durch Medikamente
    Manche Medikamente rufen durch ihre Inhaltsstoffe eine oft vorübergehende Erhöhung der Lichtempfindlichkeit der Haut hervor: Folge können unerwünschte Pigmentierungen sein, die nach Absetzen des Medikamentes meistens verschwinden. Wie man mit dieser Lichtempfindlichkeit umgehen soll, wie viel Sonnenschutz nötig ist und in welchen Fällen man auf Kontakt mit UV-Strahlen verzichten muss, erklärt die Apothekerin Mag. Barbara Haase.
    TIPPS VON MAG. BARBARA HAASE
    Jetzt in der heißen Jahreszeit häufen sich die Arztbesuche wegen lichtgeschädigter Haut. Die eine Ursache kann ein intensives Sonnenbad sein, oder aber Arzneimittel oder Kosmetika verstärken die hautschädigende Kraft des UVA – und UVB Lichts.

    Je nach Erscheinungsbild unterscheidet man zwischen phototoxischen und photoallergischen Reaktionen.

    Die phototoxischen Reaktionen sind in der Regel scharf auf die belichteten Regionen wie Unterarme, Gesicht, Hände beschränkt und ähneln z.B. einem Sonnenbrand mit Rötung, Bläschen oder Schuppung. Sie können bei der ersten Anwendung nach bis zu wenigen Stunden Lichtkontakt auftreten.
    Zahlreiche Arzneimittel* verursachen diese Form der Hautreaktion wie zum Beispiel Gruppen von Antibiotika, einige Antirheumatika oder Medikamente die bei Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden.

    Die photoallergischen Reaktionen zeigen eine unscharfe Begrenzung und treten oft bis zu 10 Tage nach dem Lichtkontakt auf. Sie sind eventuell mit Juckreiz verbunden, treten aber seltener auf wie die phototoxischen Reaktionen.

    Weitere Arzneimittel, die Lichtempfindlichkeit auslösen können, sind zum Beispiel manche Mittel gegen Diabetes, gegen Allergie, Bluthochdruck und einige Mittel, die bei Stimmungsschwankungen eingesetzt werden. So wird auch immer wieder beim Johanniskraut darauf hingewiesen, dass man intensive Sonnenstrahlung meiden soll.

    Jetzt in der Haupturlaubszeit sind unbedingt auch die Malariamittel zu erwähnen.

    Achtung! Auch Glas und Kleidung schützen nicht vor den UVA – Strahlen und dem sichtbaren Licht, das heißt, dass auch hinter Glasscheiben, wie zum Beispiel beim Autofahren, entsprechende Hautreaktionen auftreten können.
    *Nähere Informationen: "Sonne verträgt sich nicht mit manchen Medikamenten"
Mittwoch, 23. Juni 2004
    Reiseapotheke für Kinder
    Sommerzeit heißt für viele Familien auch Reisezeit und dazu gehört eine Reiseapotheke mit ins Gepäck. Worauf man bei der Zusammenstellung achten sollte, und welche Arzneien für Kinder nicht zugelassen sind, erklärt Apothekerin Mag. Barbara Haase.
    TIPPS ZUR REISEAPOTHEKE FÜR KINDER
    Medikamente für Erwachsene sind selten auch für Kinder geeignet, deshalb legen Sie sich wirklich 2 getrennte Reiseapotheken zu. Beschriften Sie, welches Medikament für wen geeignet ist. Bis zum vollendeten 12. Lebensjahr gilt man vom medizinischen Standpunkt aus als Kind. Aber gerade bei Medikamenten gibt es diesbezüglich Ausnahmen und das Körpergewicht spielt auch immer eine entscheidende Rolle.

    Wenn Sie fliegen: Medikamente in Ihr Handgepäck! Gepäckverluste sind allzu gut bekannt.
    Wichtig ist: momentane Dauermedikamente rechtzeitig besorgen

    Kinder leiden häufig unter Mittelohrentzündungen: wenn Ihr Kind regelmäßig davon betroffen ist, besorgen sie sich von Ihrem Kinderarzt entsprechende Medikamente.

    Allgemein einzupacken sind: Fieberthermometer – es gibt quecksilberfreie Thermometer
    Ganz wichtig: DURCHFALL: Elektrolytgetränke zum Ausgleich des Mineralstoffverlusts Fieber / Kopfschmerzen: orale Suspensionen oder Zäpfchen Insektenstiche: Schutz vor Stichen: speziell auf Alter achten!! Viele Präparate sind erst ab 6 Jahren zugelassen NACH dem Stich: kühlende, Juckreiz stillende Gele, auch bei Sonnenbrand, Quallenbisse anwendbar, aber generell nicht großflächig Verletzungen : Desinfektionsmittel (in Sprayform), Heilsalbe, Pflaster Hals/Ohrenschmerzen, Schnupfen: Lutschtabletten, Nasen/ Ohrentropfen Ohrentropfen nur, wenn Sie in die Anwendung richtig eingeschult wurden!
    Pinzette: zur Splitter – und Zeckenentfernung – Pinzette bitte NICHT ins Handgepäck!! Es wird Ihnen bei der Handgepäckskontrolle abgenommen!
    Natürlich der oftmals wiederholte Sonnenschutz. Achten Sie auf wasser-und schwitzfeste Sonnenprodukte. Säuglinge und Kleinkinder generell nicht in die Sonne und auch im Schatten Kleidung anlassen. Kapperl nicht vergessen!

    Impfschutz: informieren Sie sich rechtzeitig über notwendige Impfungen.
    In den österr. Kinderimpfplan ist Hepatitis B seit 1998 aufgenommen, aber nicht Hepatitis A!! Hepatitis A - Infektionsquellen sind Wasser, diverse Lebensmittel wie z. B. Meeresfrüchte.
    Zeckenimpfung: VORSICHT: es gibt kein Serum mehr bei einem Akut- Zeckenbiss!
    Machen Sie eine Grundimmunisierung! Impfseren von Hepatitis A und FSME sind für Kinder ab dem vollendeten 1. Lebensjahr zugelassen.
    Lassen sie Ihre Reiseapotheke nicht im Kofferraum liegen.
    Essen Sie und Ihre Kinder nur Geschältes und Gekochtes, nichts Rohes!
    Achten Sie auf original verschlossene Wasserflaschen. Verzichten Sie auf Eiswürfel und Speiseeis im heißen Süden.

Die nächste Sendung mit der Willkommen Österreich Apothekerin Mag. Barbara Haase ist am Mittwoch, 14. Juli 2004

Mittwoch, 30.6. 2004
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    Dr. Christiane Körner: Das Immunsystem
    Das Immunsystem stärken - etwas, das man normalerweise vor allem im Winter macht. Die wenigsten wissen, dass unser Immunsystem auch dann streiken kann, wenn nach einer langen Phase der Belastung plötzlich Entspannung angesagt ist - z.B. im Urlaub. Dazu ist heute die Apothekerin Dr. Christiane Körner zu Gast.
    Anmerkung: zum Abspielen der Sendung ist der Windows Mediaplayer erforderlich!
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