2004-03 TV Apothekerin: Sendungen im März
Termine und Themen
Jeden Mittwoch in der Fernsehsendung "Willkommen Österreich" (Beginn 17.05 im FS 2):
Die Arzneimittel-Expertin, Apothekerin Mag. Barbara Haase.

Wenn Sie Fragen an unsere Apothekerin haben, schreiben Sie dem ORF
ORF, Willkommen Österreich
1136 Wien, Kennwort "Apothekerin"

Termine und Themen März 2004

Mittwoch, 03.03.04
    Zink
    Wir brauchen Zink für gesundes Haar, gesunde Nägel, und wenn es fehlt, werden nicht nur die Haare dünn und die Nägel bekommen weiße Flecken, auch unser gesamtes Immunsystem wird geschwächt. Leider werden allzu oft Fehler beim Einnehmen von Zinkpräparaten gemacht. Mag. Barbara Haase zeigt, wo Fehler liegen können und welche Auswirkungen das haben kann.

    TIPPS VON MAG. BARBARA HAASE
    Zink ist mengenmäßig das 2.häufigste Spurenelement im menschlichen Organismus.
    Beim Erwachsenen sind 2-3 g Zink aufgeteilt vor allem in den Haaren, Knochen, Muskeln, Ovarien, Prostata, und in den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse enthalten.
    Es ist Bestandteil von mehr als 300 Enzymsystemen - Enzyme sind Biokatalysatoren, sie katalysieren die chem. Reaktionen in unserem Körper).
    Zinkhaltige Enzyme sind beteiligt am Kohlenhydratstoffwechsel, Stoffwechsel der Fette, und Eiweiße.

    Es ist Bestandteil der Speicherform des Insulins. Es ist für die Funktionalität der Zellmembran (Schutzhülle der Zelle) mit verantwortlich.
    Tagesbedarf liegt bei 10-15 mg., für Frauen liest man bis 7 mg, für stillende Mütter 11 mg.

    Ursachen für Mangel bzw. höheren Bedarf:
    Arzneimittel wie: ACE-Hemmer ( für Blutdruck), Mittel gegen Sodbrennen, entwässernde Mittel = Diuretika, Pille, Antibiotika (genau die Tetrazykline) Alter, Wachstum, Leistungssport, Reduktionsdiäten.
    Erkrankungen wie Diabetes, akute chronische Infektionen wie Herpes simplex (Fieberblasen) etc., Neurodermitis, Psoriasis... der erhöhte Zinkverlust über Hautschuppen kann die Symptomatik verschlechtern, Durchfall, Schwäche der Bauchspeicheldrüse.

    Folgen:
    Allergien, Sehstörungen, Nachtblindheit, Geruchs-und Geschmacksstörungen, Gewichtsverlust, Wachstumsstörung, dünne Haare, Haarausfall, weißfleckige Nägel, geschwächtes Immunsystem, Konzentrationsstörungen, Lernschwäche.

    Nebenwirkung:
    Bei Überdosierung: metallischer Geschmack, Kopfschmerzen, Übelkeit, auffällige Müdigkeit

    Wechselwirkung: mit Eisenpräparaten, Calcium und Magnesium: Zeitabstand von guten 2 Stunden; nüchterne Einnahme empfohlen.
    Wirksamkeit der Tetracykline wird vermindert.

    Verschiedenste Zinksalze werden unterschiedlich eingesetzt:
    z. B: Zinkoxid in "Pasta Zinci": Rezeptur: ist eine kühlende, schmerzlindernde, austrocknende Paste.
    Auch zur Förderung der Wundheilung verwendet. "Pasta Zinci molli" bei allergischen Kontaktekzemen, für nässende Wunden nicht geeignet.
    Zinkorotat bei Akne, zur Abwehr von viralen Infekten
    Einnahme von Zink bei Grippe.

    Quellen: Hunnius, Selbstmedikation "Deutscher apothekerverlag" ,Orthomolekulare Medizin von Uwe Gröber-2.Auflage
Mittwoch, 10.03.04
    Hobbysportler
    Den Frühling haben wir zumindest „im Kopf“ gut so, denn so gibt es genügend Zeit z.B. sich auf das erste Lauftraining oder das erste Bewegungstraning vorzubereiten. Wir haben es ja gestern von Wim Luipers gehört: Bewegung ist Leben.
    Mag. Barbara Haase wirft heute einen besonderen Blick auf das Trinken und auch auf die spezielle Ernährung beim Sporteln.

    TIPPS VON MAG. BARBARA HAASE
    Thema: Trinken und Essen beim Sport
    Frühling naht, die Sehnsucht nach Bewegung an frischer Luft steigt, aber was sollte man dabei beachten?

    Der Spaß sollte nie verloren gehen und damit in Zusammenhang ein paar Tipps für das richtige Training, dass man eine Leistungssteigerung erkennt, eventuell Winterkilos wieder verliert und wie gesagt - man den Spaß und die Motivation daran nicht vermisst.

    Wichtig ist, das Training im aeroben Bereich bleibt. Es gibt eine sogenannte aerobe Schwelle- das ist die Grenze Fettstoffwechsel-Kohlenhydratstoffwechsel. Seine persönliche Aerobe und anaerobe Schwelle erfährt man am besten mittels Training am Ergometer und Lactatmessung; oder durch errechnen des Fettstoffwechsels: Allgemein gültige Regel :220-Lebensalter-davon 70 %,wobei trotzdem immer zu beachten ist, dass gerade die Pulsfrequenz ganz individuell ist!!

    Ernährung: Kohlenhydrathältige Lebensmittel wie Teigwaren, Kartoffel, Reis und Gebäck versorgen den Körper langfristig mit Energie und sollten daher den Hauptanteil der täglichen Nahrungsaufnahme ausmachen. Die im Obst, Gemüse und Salat enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe sind für Ablaufprozesse im Körper lebensnotwendig. Um mit allen wichtigen Stoffen optimal versorgt zu sein, ist es empfehlenswert diese Lebensmittel mehrmals (5x) täglich zu sich zu nehmen. Milch und Milchprodukte liefern neben hochwertigem Eiweiß auch das für die Knochen wichtige Kalzium. Als Fleischalternative liefert Fisch Vitamin D und Jod, aber auch Omega-3-Fettsäuren und hochwertiges Eiweiß und sollte mindestens 1x pro Woche auf dem Speiseplan stehen.
    Auch die Regeneration spielt für die Leistungsfähigkeit eine wesentliche Rolle. Training ohne ausreichende Regeneration bedeutet Leistungseinbruch und erhöhte Verletzungsgefahr. Daher steht eine schnelle Rehydration (Ausgleich des Flüssigkeitsdefizits) und rasche Auffüllung der Kohlenhydratspeicher im Vordergrund. Von besonderer Bedeutung für eine effiziente Regeneration sind die ersten beiden Stunden nach dem Training bzw. Wettkampf.
    Nach dem Training:
    1. Flüssigkeit
    2. Breiiges (Apfelmus)
    3. Fest (siehe oben: Kohlenhydrate in den ersten beiden Stunden nach dem Training; Fette verbrennen im Feuer der Kohlenhydrate)
    Supplemente
    Basisernährung : 60 % Kohlenhydrate 25% Fett 15 % Eiweiss
    Wenn man das einhält, und kein Spitzensporlter ist, ist es ausreichend.
    Flüssigkeitsverlust am besten mittels Waage feststellen (vor Training, nach Training) abgesehen von den 2 Liter Flüssigkeit täglich.
    Wenn man Durstgefühl hat, ist man bereits dehydriert!!!
    Eiweißpulver: Aus Ernährungsanalysen weiß man, dass die österreichische Mischkost genügend Eiweiß enthält und eine optimale Basisernährung den Eiweißbedarf ausreichend deckt.
    Ausnahmen hier wiederum Spitzensportler!
    Sportlergetränke: beinhalten häufig Koffein : Achtung: Koffein entzieht Körper Wasser und wird nur bei Ausnahmesituationen im Spitzensport verwendet.
    Magensium: Sollte nicht mehr als 100 mg/Liter enthalten sein, ansonsten Durchfall.
    Auch für Calcium, Natrium, Kalium gibt es diesbezüglich Richtwerte.
    Am besten für Hobbysportler: Fruchtsäfte, Molke verdünnen und trinken.
    Kreatin: wenn z.B. 2x/Woche in Kraftkammer ist Kreatinsupplementieurng nicht nötig!
    Ist in Fleisch und Fisch enthalten; Mangel nur über Muskelbiopsie feststellbar. Wenn bestimmte Grenze erreicht wird, kann man schlucken, was man will - es wird nicht mehr aufgenommen.
Mittwoch, 17.03.04
    Calcium
    Calcium hat neben seiner wichtigen Funktion in der Regulation des Stoffwechsels eine zweite wichtige Bedeutung beim Aufbau von Knochen und Zähnen. Die Nahrungsmittel, die besonderes reich an Ca in einer leicht resorbierbaren Form sind, sind Milch und Milchprodukte und darunter besonders Hartkäse. Deshalb ist es recht problematisch, ohne Verwendung von Milch und Milchprodukten die empfohlene Zufuhr von etwa 800 mg Calcium pro Tag zu erreichen. Besonders wichtig ist eine gute Calciumversorgung bei Schwangeren, da diese einen erhöhten Bedarf haben. Auch sollten ältere Frauen, wegen ihres hohen Osteoporose-Risikos, auf eine ausreichende Calciumversorgung achten. Notwendig ist es dazu nicht, Unmengen an Milch zu trinken, sondern allein durch Verwenden eines halben Liters Milch bzw. entsprechender Milchprodukte (z.B. 50 g Hartkäse) kann, zusammen mit den anderen Lebensmitteln, eine ausreichende Zufuhr erreicht werden.
Mittwoch, 24.03.04
    Schüssler Salze
    Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler - nach ihm wurden die Schüßler Salze benannt - war überzeugt mit 12 Substanzen - den Salzen- Krankheiten heilen zu können. Heute sind sie wieder aktueller denn je, denn sie sind eine inzwischen anerkannte alternative Heilmethode, weiß Mag. Barbara Haase zu berichten.
    SCHÜSSLERSALZE
    (von Mag. Barbara Haase)
    Die Therapie mit Schüßler Salzen ist heute als Komplementärmedizin anerkannt.
    Dr. Wlihelm Heinrich Schüßler ist 1821 bei Oldenburg (Dtld.) geboren, 1857 hat er das medizinische Staatsexamen abgeschlossen. Er wurde später als homöopathischer Arzt zugelassen. Auf seiner Suche nach einer überschaubaren Heilweise entwickelte er auf diesem Wege die BIOCHEMISCHE HEILWEISE.
    Von 1872 weg hat er sich ausschließlich mit der biochemischen Heilweise beschäftigt.
    1874 erschien zum ersten Mal eine Broschüre, mit den 12 Mitteln, mit denen allein es möglich sein soll, alle heilbaren Krankheiten zu kurieren.
    Es sind 12 Substanzen (Salze), welche im "animalischen Organismus" enthalten sind.
    1. calcium fluoratum
    2. calcium phosphoricum
    3. Ferrum phosphoricum
    4. Kalium chloratum
    5. Kal phosphor.
    6. Kal sulfuricum
    7. Mag phosphoricum
    8. Na chloratum
    9. Na phosphoricm
    10. N sulfuricum
    11. Silicea
    12. Calcium sulfuricum
    Im Laufe der Zeit sind weitere 12 Erweiterungsmittel dazu gekommen.
    Beschreibung von 1-2 Salzen, damit man sich Einsatzgebiet vorstellen kann.

    Ferrum Phosphoricum (Eisen phosphoricum)
    Transportschiff im Körper- vor allem für Sauerstoff; beugt Muskelkater vor, bei niedrigem Fieber, Mittel bei Entzündungen, klopfende, pochende, hitzige Schmerzen

    Natrium phosphoricum
    Entsäuernd, reguliert Säure-Fetthaishalt, Stoffwechsel anregend, Müdigkeit, Mattigkeit, Akne, verstopfte Talgdrüsen, Heißhunger nach Süßigkeit;

    Dosierung:
    Grundsätzlich gibt es keine richtige Dosierung, ist alles sehr individuell und gut, wenn jeder für sich selbst die Einnahmemenge entdeckt.

    Man kann mittels Antlitzanalyse oder einer anderen Bedarfsstellung ein Mittel einnehmen. Wenn man mit der Einnahme beginnt, kann ein starkes Bedürfnis der oftmaligen Einnahme entstehen. Das ist ein Zeichen dafür, wie stark der Mangel ist.
    Es kann aber zu einer ablehnenden Haltung kommen, gleich zu Beginn oder im Laufe der Einnahme. Diesem Gefühl ist unbedingt nachzugeben. es sollte eine neue Bedarfsstellung in Erwägung gezogen werden, oder reduziert auf ein Drittel oder die Hälfte. oder eine Pause der Einnahme ist angezeigt, oder die Mineralstoffe können das Problem nicht bearbeiten, das Problem liegt auf einer anderen Ebene.

    Die Anwendung der Salze soll keine parallel laufende Einnahme andere Medikamente stören, oder eine Therapie nach der Homöopathie. Oder der Bachblüten negativ beeinflussen.

    Wie lange soll man die Mineralstoffe einnehmen?
    Nach Dr. Schüßler kommen die Beschwerden , Krankheiten aus einem Mangel an diesen Stoffen. Wenn durch die Einnahme die Symptome verschwinden, sind die Speicher selbst aber noch lange nicht aufgefüllt . Das auffüllen der Speicher kann Wochen, Monate aber auch Jahre dauern. Wer ständig unter größerer Belastung steht, sollte die Salze immer nehmen , damit der Körper nicht tauf Speicher zurückgreifen muss. Die Mineralstoffe können die Begleiter fürs Leben sein.

    Dosierung:
    In akuten fällen: alle 3-5 min. eine Pastille im Mund zergehen lassen.
    Bei chron. Erkrankungen 7-10 Stück am Tag.
    In übrigen Fällen: alle 2 Std.

    Die Mineralstoffe können ab dem Säuglingsalter gegeben werden, wobei die Wirkung leicht abgeschwächt wird, da die Pastille aufgelöst im Flascherl oder im Brei verabreicht werden.

    Reaktionen auf die Einnahme :
    Es ist leicht möglich, dass alte Belastungen durch die Einnahme wieder akut werden.
    Sind Reaktionen zu heftig, sollte Dosierung reduziert werden.
    Wenn ein Wichtiger Mineralstoff übersehen wird, treten die Erkennungsmerkmale dafür deutlich zu tage.
    Bei Durchfall ist es möglich ,dass der Milchzucker, der ja Trägersubstanz ist (Pastille ist aus Milchzucker) , abführend wirkt.
    Bei Verstopfung ist es möglich , dass der Körper für den verstärkten Betrieb benötigt.
Mittwoch, 31.03.04 Inhalieren, aber richtig!
    Der Schnupfen hat ja leider immer Saison und Allergiker reagieren dieser Tage schon besonders heftig auf den Pollenflug. Inhalieren lindert, das steht fest. Mit unserer Apothekerin Mag. Barbara Haase wollen wir Ihnen das richtige Inhalieren zeigen.
    INFORMATIONEN ÜBER INHALATOREN
    Es gibt zahlreiche verschiedenste Systeme bei den Inhalatoren. Turbohaler, Diskus, Dosieraerosole, Trockeninhalatoren etc.

    Generell ist bei allen wichtig:
    Die unterschiedlichsten Systeme sind mit unterschiedlichsten Arzneistoffen gefüllt. Sie müssen wissen, ob Sie ein Bronchien erweiterndes, ein entzündungshemmendes, ein Allergie hemmendes System oder eine Kombination davon haben. Häufig sind zwei Medikamente zum Inhalieren verordnet, die
    hintereinander inhaliert werden müssen. Wenn
    Sie eine Kombination haben aus
    Bronchien erweiternd und entzündungshemmend, dann inhalieren Sie zuerst das erst genannte anschließend das zweit genannte.
    Warum? - zuerst sollen die Bronchien erweitert werden, dann kann der entzündungshemmende oder Allergie hemmende Arzneistoff viel tiefer in die kleinsten Bereiche des Lungensystems vordringen und damit ist eine viel effektivere Wirkung zu erzielen. Halten Sie sich also genau an die Angaben der Verschreibung vom Arzt, d.h. wenn zwei Hübe verordnet sind, dann bitte auch zwei nehmen. Wenn nur ein Hub verordnet, dann eben diesen einen.
    Wie inhaliere ich richtig?
    Dosieraerosole:
    Unter den Dosieraerosolen gibt es ein System, das bei der Koordination zu Beginn der Therapie ein bisschen Schwierigkeiten bereiten kann.
    1. entfernden sie die Schutzkappe
    2. wenn notwendig, gut schütteln
    3. halte ich den Inhalator richtig?
    4. am Demonstrationsstück: vor der Inhalation ruhig ein paar mal ein- und aus atmen.
    5. das Mundstück nun gut mit den Lippen umschließen (je nach System manchmal auch "mit Zähnen" angegeben)
    6. nun Sprühstoß auslösen und gleichzeitig einatmen:
    7. Luft ca. 10 sec. Anhalten (von 1-10 zählen) und dann langsam ausatmen
    8. wenn 2 Hübe verordnet; 1-2 Minuten Abstand halten
    9. Schutzkappe wieder aufsetzen
    10. Mund ausspülen!!!

    Enorm wichtig: NIEMALS ins Gerät atmen, hineinblasen etc. Die Folge wäre, dass das Gerät innen feucht wird und sich Bakterien der Atemluft ansammeln können.

    Oben angeführte Punkte sind bei allen Systemen einzuhalten.

    Oft ist der Sprühnebel oder das inhalierte Pulver so fein, dass man nichts spürt und geneigt ist, den Hub nochmals zu wiederholen. Bitte nicht, könnte zu einer Überdosierung führen.

    Kommen Sie in die Apotheke und probieren es mit uns gemeinsam.


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