2004-08 TV Apothekerin: Sendungen im August
Termine und Themen
Jeden Mittwoch in der Fernsehsendung "Willkommen Österreich" (Beginn 17.05 im FS 2):
Die Arzneimittel-Expertin, Apothekerin Mag. Barbara Haase.

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ORF, Willkommen Österreich
1136 Wien, Kennwort "Apothekerin"


    Mag.pharm. Barbara Haase
    Foto: ORF/Günther Pichlkostner

Termine und Themen August 2004

Mittwoch, 4. August 2004
    Kopfschmerzen
    Es muss nicht der Föhn oder der heftige Wetterumschwung sein, auch dumpfe, brütende Hitze ist oft Ursache für unangenehme Kopfschmerzen. Dumpf oder stechend, hämmernd oder ziehend, Kopfschmerzen treten in vielerlei Gestalt auf: ob man die verschiedenen Schmerzen mit denselben Medikamenten behandelt und welche Mittel es für leichtes Kopfweh gibt, erkärt Mag. Barbara Haase im Studio.

    Tipps von Mag. Barbara Haase

    Kopfschmerzen sind leider zu einer echten Volkskrankheit geworden. Es gibt sehr viele Arten von Kopfweh, die sich auch unterschiedlich äußern können. Kopfweh erkennt man grundsätzlich daran, dass ein dumpfer, ziehender Gesamtschmerz im Kopf entsteht, es gibt viele unterschiedliche Ursachen. Migräneschmerzen treten in der Regel nur einseitig im Kopf auf, der Schmerz tritt also rechts oder links auf und ist zudem pulsierend und stechend. Migränepatienten erbrechen während eines Anfalles häufig und sind ausgesprochen lichtempfindlich.

    Ja, das stimmt. Zwei Drittel aller Menschen mit Kopfschmerzen sind Frauen. Männer sind deutlich weniger von Kopfschmerzen und Migräne betroffen. Wichtig ist, dass zunehmend auch Kinder unter Kopfschmerzen und Migräne leiden. Bei Kindern ist das natürlich besonders tragisch, weil sie sich noch nicht richtig artikulieren können. Kinder können aber ganz einfach behandelt werden und ihre Kopfweh-Anfälle regelrecht verschlafen.

    Es gibt ganz einfache Mittel gegen Kopfschmerz in Ihrer Apotheke, die auch rezeptfrei erhältlich sind. Es gibt Monopräparate und Kombinationspräparate. Man muss jedoch auf die Dosis achten und, dass besonders Kombinationspräparate nicht zu oft eingenommen werden.

    Wenn Sie wissen, dass Sie an Migräne leiden, dann gibt es drei verschiedene Stufen von Medikamenten, die sich in der Intensität ihrer Wirkung unterscheiden:
    Erstens: Präparate mit ASS, Paracetamol oder Ibuprofen. Diese Mittel sind ebenfalls rezeptfrei in Ihrer Apotheke erhältlich. Zusätzlich empfehlen wir, dass Präparate gegen Übelkeit und Erbrechen eingenommen werden.
    Zweite Stufe. Mutterkornalkaloide und Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen.
    Drittens, in sehr schweren Fällen – und deshalb auch rezeptpflichtig – empfehlen wir Triptane, die als Tabletten, Zäpfchen und jetzt neu auch als Nasenspray erhältlich sind.

    Grundsätzlich gilt: Falls jemand konstant unter Kopfschmerzen leidet, muss dies vom Arzt abgeklärt werden. Kopfschmerzen können unterschiedlichste Ursachen haben. Weiters gibt es das Phänomen, dass durch ein Zuviel von Kopfschmerz-Medikamenten die Kopfschmerzen sogar ausgelöst werden können. Halten Sie sich deshalb bitte immer an die verordnete Dosis.

    Allgemeine Bemerkungen:
    Zu Schmerzmitteln immer viel Wasser trinken!
    Bei Migräne möglichst frühzeitig ein Schmerzmittel einnehmen!
    Nie Mutterkornalkaloidpräparate und Triptane gleichzeitig schlucken!
    Bei Triptanen eine zweite Dosis frühestens nach vier Stunden anwenden!
    Kopfschmerz-Tagebuch führen!
Mittwoch, 11. August 2004
    Klimaanlage und trockene Nase
    Klimaanlagen helfen uns in Büros, Restaurants, in Einkaufszentren und im Auto über die heiße Jahreszeit. Gleichzeitig senken sie die Luftfeuchtigkeit und werden zum Problem für die Nasenschleimhäute. Die bekannten Meerwassersprays, aber auch neue Produkte mit Hyaluronsäure können da Abhilfe schaffen, erklärt Apothekerin Barbara Haase.
Mittwoch, 18. August 2004
    Transdermale Systeme
    Unter Transdermalen Systemen versteht man alle Medikamente, die über ein Pflaster auf der Haut ihre Heilwirkung entfalten – z.B.: Rheuma- oder Hormonpflaster. Wie diese Heilstoffe über die Haut in den Körper kommen, warum es in manchen Fällen angeraten ist, diesen Weg der Wirkstoffentfaltung zu wählen und wie man mit den verschiedenen Pflastern umgeht (ob man sie etwa zerschneiden darf oder ob sie Reizungen hervorrufen können), erklärt die Apothekerin Mag. Barbara Haase.
    Siehe auch unter: Pflaster werden die Spritze ersetzen
    und "Teilbarkeit von Transdermalen Systemen"
Mittwoch, 25. August 2004
    Sommerhitze und andere Temperaturen können Arzneimittel zerstören
    Medikamente richtig lagern
    Arzneimittel sind sehr temperaturempfindlich: abgesehen von Spezialpräparaten, die im Kühlschrank aufbewahrt werden müssen, ist auch bei anderen Medikamenten auf die richtige Lagerung zu achten. Was ist wirklich Zimmertemperatur? Wie beeinträchtigen Temperaturschwankungen die Wirkstoffe? Sollte man alle Mittel grundsätzlich im Kühlschrank aufbewahren? Antworten auf diese Fragen gibt die Apothekerin Mag. Barbara Haase.
    Worauf man bei der Lagerung achten sollte:
    UV-Licht: Photoinstabile Wirkstoffe und auch Grundlagen wie ungesättigte Fette oder Öle zersetzen sich.
    Wärme: Hochsommerliche Temperaturen können die Wirkung von Arzneimitteln stark beeinträchtigen. Dies betrifft auch die mittlerweile sehr verbreiteten Arzneipflaster. Hitze verändert die Verteilung der Substanzen im Pflaster und den Gehalt der zur Freisetzung wichtigen flüchtigen Hilfsstoffe. Auch Dosieraerosole zur Behandlung von Asthma und andere treibgashaltige Medikamente vertragen weder direkte Sonne noch Temperaturen über 50 Grad Celsius. Die Behälter stehen unter Druck. Sie können undicht werden oder bersten. Grundsätzlich sollen Medikamente nicht längere Zeit im geparkten Auto liegen. Bei 30 Grad Außentemperatur wird es innen bis zu 75 Grad heiß.
    Kälte: Bei Medikamenten wie Insulin, die im Kühlschrank lagern, sollte dieser nicht mehr aber auch nicht viel weniger als +8 Grad Celsius haben. Denn auch niedrigere Temperaturen können zu Ausfällungen oder bei Insulinen sogar zu einer Wirkungsveränderung führen. Vor allem Langzeitinsuline verlieren durch zu niedrige Temperaturen ihren Depot-Effekt durch Umkristallisationsprozesse und senken nach einer Injektion den Blutzuckerspiegel ähnlich einem Kurzzeitinsulin.
    Frost: Medikamente nie ins Gefrierfach legen, denn das Gefrieren kann den Arzneistoff zerstören und unwirksam machen. Deshalb gehören Medikamente während des Fluges ins Handgepäck, weil es auch im Gepäckraum der Flugzeuge zu sehr tiefen Temperaturen kommen kann.
    Feuchtigkeit: Brausetablettenröhrchen und Tablettendöschen sind stets dicht zu verschließen. Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure zersetzen sich beispielsweise bei Feuchtigkeit, was durch Wärme noch beschleunigt wird. Erkennbar ist dieser Prozess am strengen Essiggeruch.

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