2004-07 TV Apothekerin: Sendungen im Juli
Termine und Themen
Jeden Mittwoch in der Fernsehsendung "Willkommen Österreich" (Beginn 17.05 im FS 2):
Die Arzneimittel-Expertin, Apothekerin Mag. Barbara Haase.

Wenn Sie Fragen an unsere Apothekerin haben, schreiben Sie dem ORF
ORF, Willkommen Österreich
1136 Wien, Kennwort "Apothekerin"


    Foto: ORF/Günther Pichlkostner

Termine und Themen Juli 2004

Mittwoch, 7. Juli 2004 Heute entfällt der Beitrag mit Apothekerin Mag. Barbara Haase
Tagesthema: Trauer um Thomas Klestil
Bundespräsident Dr. Thomas Klestil ist gestern Nacht im Alter von 71 Jahren verstorben. Ganz Österreich trauert um ihn.
Der ehemalige Präsidentensprecher Prof. Heinz Nußbaumer ist heute bei uns zu Gast im Studio.
Mittwoch, 14. Juli 2004
    Beipacktexte
    Angeblich steht ja alles drauf, was drin ist – aber viele Angaben auf dem Beipackzettel sind für den Laien unverständlich. Wie man die Texte richtig interpretiert, was es mit den Informationen zu Nebenwirkungen tatsächlich zu beachten gibt und wo man unklare Begriffe nachfragen kann, erklärt die Apothekerin Mag. Barbara Haase.
Mittwoch, 21. Juli 2004
    Pilzinfektionen
    Endlich Badewetter: für manche allerdings ein getrübtes Vergnügen. Im Schwimmbad, im warmen Thermalwasser fangen sich empfindliche Personen immer wieder unangenehme Pilzinfektionen ein. Was man dagegen tun kann, erklärt unsere Apothekerin Mag. Barbara Haase.
Mittwoch, 28. Juli 2004
    Trinkwasseraufbereitung im Urlaub
    Die meisten österreichischen Seen haben Trinkwasserqualität – in anderen Ländern ist es selbst mit dem Wasser aus der Leitung nicht so: im Zweifelsfall sollte man in fremden Ländern auf Trinkwasseraufbereitungsmittel zurückgreifen. Es gibt sie in Tablettenform und flüssig, auf Chlor-, Silber- oder Jodbasis. Wie man die Mittel effizient einsetzt, wann sie angeraten sind und ob mehr auch mehr hilft, erklärt die Apothekerin Mag. Barbara Haase.
    TRINKWASSER-AUFBEREITUNG
    von Mag. Barbara Haase

    Auf Reisen in Gebiete mit zweifelhafter Wasserqualität ist es ratsam, mit einer eigenhändig durchgeführten Desinfektion des Trinkwassers Krankheiten vorzubeugen. Kohlensäurehältige Getränke oder Fruchtsäfte aus originalverschlossenen Behältern sind für gewöhnlich unbedenklich. Dabei ist es jedoch auch ratsam, direkt aus der Flasche, beispielsweise mit einem sauberen Trinkhalm, und nicht aus irgendwelchen womöglich verschmutzten Gläsern zu trinken.

    Um ganz sicher zu gehen, können für klares Leitungswasser, das vielleicht sogar Trinkwasserqualität hat, die chemischen Desinfektionsmittel (auf Chlor- oder Jodbasis) angewendet werden. Trübes Wasser muss filtriert werden.

    Will man klares Wasser, das entweder abgekocht, oder filtriert und desinfiziert worden ist, aufbewahren, ist der Zusatz von Konservierungsmitteln auf Silberbasis zu empfehlen. Abkochen von klarem Wasser ist eine sichere und einfache Methode. In manchen Orten ist die Qualität des Wassers aber so schlecht, dass vorher filtriert werden muss. Nur wenn das Kochen des möglicherweise verunreinigten, klaren Wassers nicht möglich ist, muss auf eine andere Methode ausgewichen werden.

    Methoden der Wasseraufbereitung auf Reisen:

    1. Abkochen
    2. Filtrieren
    3. Chemische Desinfektion

    ABKOCHEN:
    Das Abkochen stellt die sicherste und einfachste Methode dar. Wenn das Wasser klar und ungetrübt ist, genügt, es mindestens eine Minute sieden zu lassen (in Höhen über 2000 m verlängert man auf ca. 3 Minuten). Der Nachteil ist der fade, schale Geschmack des abgekochten Wassers, da das gelöste Kohlendioxid und die Erdalkalicarbonate entfernt werden. Durch Zugabe einer Prise Kochsalz wird der Geschmack wieder etwas besser. Selbstverständlich darf das Wasser nicht mit Eiswürfeln gekühlt bzw. abgekühlt werden.
    Das Abkochen von Wasser ist jedoch nicht überall möglich, besonders wenn es sich um größere Mengen handelt. Daher wird sich in der Praxis diese Methode der Wasserentkeimung auf die Zubereitung von Geträ nken - wie Kaffee oder Tee - beschränken.

    FILTERGERÄTE:
    Es sind Spezial-Kleinfiltergeräte (Porosität von 0,2 bis 0,4 Mikrometer) im Handel erhältlich (nicht zu verwechseln mit sogenannten Aktivkohlefiltern, die zur Trinkwasseraufarbeitung nicht geeignet sind). Partikel und Flocken, farbliche Verunreinigungen, Geruchs- und Geschmackstoffe, Bakterien und Mikroorganismen werden durch die Filtration entfernt. Allerdings muss sichergestellt werden, dass der Filter nicht überlastet wird, auch erfordert das Auswechseln und Reinigen - je nach Modell - einige Geschicklichkeit. Viren und bestimmte Bakterien wie Leptospiren können durch Filtergeräte allein nicht aus dem Wasser entfernt werden. Ein weiterer Nachteil ist der zumeist sehr hohe Anschaffungspreis, der sich erst dann rechnet wenn sehr große Mengen an Wasser filtriert werden müssen.

    Für die Reise eignen sich Taschenmodelle mit Handpumpe oder Batteriebetrieb mit einer Leistung von ¼ bis ¾ L iter pro Minute (z.B. KatadynÒ -Filter).

    CHEMISCHE DESINFEKTION:
    Prinzipiell werden Mikroorganismen im Wasser durch Zugabe von Halogenen wie Jod, Chlor, Brom und Fluor abgetötet, wobei natürlich die beiden letzten aufgrund der Toxizität ausscheiden.

    Präparate auf Jodbasis:

    Jod vernichtet in einer Konzentration von 3 bis 5 ppm die wichtigsten Krankheitserreger. Es gibt in einigen Ländern Tetraglycin-Hydroperiodid-Tabletten (Handelsbezeichnung Portable Aqua Ò), in der Literatur findet sich jedoch auch immer wieder die Empfehlung, Wasser durch Zugabe von Jodtinktur zu desinfizieren. Diese Methode erfreut sich hauptsächlich im angelsächsischem Raum großer Beliebtheit, das Center of Disease Control and Prävention in Atlanta empfiehlt beispielsweise die Zugabe von 6 - 10 Tropfen 2 %-ige Jodtinktur pro ¼ Liter Wasser. (Anmerkung: Solutio Jodi spirituosa ÖAB: Gesamtgehalt an Jod 3,9 - 4,1 %; Gehalt an freiem Jod 2,8 - 3,0%)
    Durchführung: Pro ¼ Liter Wasser werden 3 Tropfen Jodtinktur zugegeben, umgerührt und mindestens 30 Minuten stehen gelassen. Ist das Wasser sehr kalt, nimmt man bis zu 5 Tropfen und lässt die Lösung einige Stunden stehen. Anschließend kann man den Jodgeruch und Geschmack durch Zugabe von einer Messerspitze Ascorbinsäure neutralisieren.
    So einfach auch diese Methode klingt, hat sie doch den Nachteil, dass einerseits ein Fläschchen Jodlösung im Reisegepäck, wenn es zerbricht, naturgemäß ziemlichen Schaden anrichtet, und dass andererseits auf diese Weise gewonnenes Wasser nicht von Personen getrunken werden sollte, die an einer Jodüberempfindlichkeit oder an Schilddrüsenerkrankungen leiden oder aus anderen Gründen kein Jod einnehmen dürfen.

    Präparate auf Chlorbasis

    Chlor gilt international als das sicherste Desinfektionsmittel für Trinkwasser und wird in den meisten Wasserwerken der Welt seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt. Die desinfizierende Wirkung von freiem Chlor (z.B. in Form von Natriumhypochlorit) beruht auf dessen stark oxidierender Wirkung. Dadurch werden praktisch alle Zellfunktionen der Mikroorganismen gestört.
    Das Wirkungsspektrum der chlorabspaltenden Desinfektionsmittel ist auf einen pH-Wert von etwa 7 beschränkt. Bei alkalischem pH sinkt die antibakterielle Aktivität ab, organische Verunreinigungen setzen ebenfalls die Wirkung des Chlors herab. Die Zuverlässigkeit der Desinfektion kann anhand des Geruches beurteilt werden. Nach der Desinfektion muss ein Restgehalt an Chlor zurückbleiben. Wenn der Chlorgeruch fehlt, war die Desinfektion unvollständig und die Behandlung muss wiederholt werden.
    (Der Chlorgeruch kann durch anschließende Behandlung mit Natriumthiosulfat neutralisiert werden, indem freies Chlor in Chlorid umgewandelt wird, entsprechende Präparate sind im Handel erhältlich.)

    Präparate auf Silberbasis

    Die desinfizierende Wirkung von Silber ist auf geringe Verschmutzungen mit Bakterien beschränkt, andere Krankheitserreger wie Protozoen und Viren werden mit Silber nicht beseitigt. Aber die bakteriostatischen Eigenschaften von Silber sind schon in kleinsten Mengen gegeben, wobei hier der Vorteil darin liegt, dass Silberpräparate eine sehr lange Nachwirkungszeit haben. Das heißt, sie machen das Wasser bis zu sechs Monate lang haltbar, der Trinkwasser-Vorrat wird vor erneuten Verkeimungen wirkungsvoll geschützt und die Behälter bleiben hygienisch einwandfrei.
    Der Geschmack und der Geruch des Wassers wird durch Silberpräparate nicht beeinträchtigt.
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