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Video: Von den Anfängen der Pharmazie und von den ersten Apotheken
 
 
Das Wort Apotheke stammt aus dem Griechischen, bedeutet soviel wie „Lagerraum“ (gr. »apotheke« =Substantiv zum Verb apotithenai = ablegen, niederlegen, aufbewahren). Es bezeichnet zunächst eine Niederlage im Sinne von Depot, also einen dauerhaften Ablageplatz für alle möglichen Güter. So findet sich zum Beispiel bei dem römischen Schriftsteller Columella (1. Jh. n. Chr.) die Kombination mit Wein (apotheca vinorum = Weinlager), bei Galen (ca. 130 – 200) eine solche »apotheke« mit Büchern als Begriff für Bibliothek. In späterer Zeit wurden in Klöstern die Räume, die zur Aufbewahrung von Heilkräutern verwendet wurden, mit dem lateinischen Lehnwort "apotheca" bezeichnet.


Die Vorläufer der Apotheken waren im 8. und 9. Jahrhundert ansässige Gewürzhändler im Vorderen Orient. Die ersten "Apotheken" wurden von Kaufleuten, die mit Heilkräutern und Gewürzen handelten, betrieben. 1241 wurde vom Stauferkaiser Friedrich II. das "Edikt von Salerno" erlassen (auch "Constitutiones von Melfi" genannt, sie wurden nämlich beim Hoftag in Melfi 1231 bereits angekündigt, kamen aber erst 1241 zum endgültigen Abschluß): die erste gesetzlich fixierte Trennung der Berufe Arzt und Apotheker. Ärzte durften keine Apotheke besitzen oder daran beteiligt sein. Arzneimittelpreise wurden gesetzlich festgeschrieben. Das Edikt von Salerno wurde Vorbild der Apothekengesetzgebung in ganz Europa.

Nach der Erlassung der Constitutiones von 1241 entstanden städtische Apothekenordnungen, in denen festgelegt wurde, dass Apotheken nur zum Verkauf von Arzneien gegründet werden dürfen. Im Laufe des 14. Jahrhundert wandeln sich die Apotheker vom fliegenden Händler zum wohlhabenden Patrizier, der nicht nur Heilpflanzen, Gewürze und Drogen verkauft, sondern auch selbst Arzneimittel in der Offizin (von lat. officina, "Werkstätte", "Arbeitsraum") herstellt. Später verlagert sich die Arzneimittelherstellung von der Offizin ins Labor, und noch heute wird der Verkaufsraum einer Apotheke als Offizin bezeichnet.

Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelten sich die Apotheken vom Ort der Arzneimittelherstellung auch zu einem Ort der Arzneimittelerforschung. Im 20. Jahrhundert hat sich die Apotheke zu einem leistungsfähigen und modernen Unternehmen gewandelt, Apotheker beschäftigen sich zunehmend mit der Prüfung der Qualität und Identität von Arzneimitteln und der Beratung rund um Arzneimittel und rund um die Gesundheit, getreu dem Motto: „Gesund werden, gesund bleiben – Ihr Apotheker informiert und hilft.

Von den Anfängen der Pharmazie bis zu den Apotheken des 20. Jh: Video der Österreichischen Apothekerkammer aus dem Jahr 1989, 36 min:



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