Druckansicht
Gut gerüstet beim Wandern
 
Die kleine Apotheke für den Rucksack
 
Sind Sie gerne unterwegs in Wald und Wiese oder am Berg? Vergessen Sie nicht auf die „Notfallapotheke“ für den Wanderrucksack!
Wandern oder ausgedehnte Spaziergänge in der Natur sind eine sehr gesunde körperliche Betätigung, denn durch die Bewegung an der frischen Luft wird das Herz-Kreislauf-System angeregt und das Immunsystem gestärkt.
Bei schönem Herbstwetter gehen viele Menschen gerne zum Wandern in die Berge. Damit ein Wandertag aber möglichst ohne Beschwerden verbracht wird, braucht es eine sorgfältige Vorbereitung. Diese beginnt schon am Vorabend, wenn die Ausrüstung hergerichtet und der Rucksack gepackt wird. Bequeme, atmungsaktive Kleidung und vor allem geeignetes Schuhwerk sind beim Wandern unabdingbar, denn feste Wanderschuhe verhindern die Blasenbildung an den Füßen. Mitnehmen sollte man eventuell Stöcke, unbedingt Regenschutz und Ersatzkleidung sowie eine kleine Reise- bzw. Wanderapotheke – und immer ausreichend Wasser zum Trinken sowie ein Mobiltelefon.
Die kleine Apotheke für den Rucksack
Damit Sie im Fall des Falles bei kleineren Verletzungen bestens gerüstet sind, sollten Sie in die Rucksackapotheke normale Wundpflaster und spezielle Pflaster gegen Blasen oder Schürfwunden, einen Desinfektionsspray und eine Pinzette einpacken. Auch ein Cool-Spray oder ein Sportgel für stumpfe Verletzungen, bei Verstauchungen und Bänderzerrungen muss mit. Wer einen elastischen Schnellverband dabei hat, kann die Gelenke einfach entlasten, wenn durch das Gehen die Füße oder Knie überbeansprucht werden. Gegen Insektenstiche helfen kühlende Gels aus der Apotheke.
Besonders wichtig ist es, auch eine gute Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor in den Rucksack zu stecken. Den Sonnenschutz tragen Sie am besten schon vor Beginn der Wandertour auf und erneuern ihn regelmäßig, um optimalen Schutz gegen die UV-Strahlen in den Bergen zu erwirken.

Gut vorbereitet zum Wandertag
Vor sportlicher Betätigung sollte man kein allzu üppiges Frühstück zu sich nehmen. Ideal sind komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten oder Müsli und Obst. Günstig wäre eventuell schon zu Hause das erste Mal eine kleine Menge eines Elektrolytgetränkes zu sich zu nehmen. Bevor man in die Wanderschuhe schlüpft, empfiehlt es sich, die Füße mit Hirschtalg oder einer Fußcreme geschmeidig zu machen, um Blasen vorzubeugen. Wer nicht so gut trainiert ist, kann eventuell auch die Beinmuskeln mit einem „Aufwärm“-Gel einschmieren.
Als Proviant sind auf jeden Fall ausreichend Wasser zum Trinken mitzunehmen, um den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen wieder auszugleichen, sowie leicht verdaubare, energiereiche Kost mitzunehmen. Ideal sind isotonische Elektrolytgetränke, wie sie auch Spitzen- und Ausdauersportler verwenden. Beim Essen raten die Apothekerinnen und Apotheker zu Obst und Kraftriegeln, welche aber nicht zu viel Einfachzucker enthalten sollten, sondern auch wieder komplexe Kohlenhydrate. Ideal sind hochkalorische Riegel auf Haferflockenbasis, die auch in der Apotheke erhältlich sind.
Bei der Planung der Wanderstrecke sollte man sich am schwächsten bzw. am wenigsten trainierten Mitglied der Gruppe orientieren und ausreichend Pausen einrechnen.

Blasen an den Füßen: richtig vorbeugen und behandeln
Wer trotz guter Wanderschuhe an den Füßen Druckstellen oder Blasen bekommt, behandelt diese am besten sofort mit speziellen Blasenpflastern aus der Apotheke, um größere Schmerzen und Entzündungen zu vermeiden.
Blasen entstehen, weil sich durch andauernden Druck oder Reibung die obersten Hautschichten von den darunter liegenden ablösen. Der so gebildete Hohlraum füllt sich daraufhin mit Blut und/oder Gewebeflüssigkeit. Entstehende und noch nicht geplatzte Blasen stören durch leichte brennende Schmerzen. Oft zeigt sich in diesem Stadium nicht mehr als eine gerötete, leicht erhabene Hautstelle. Spätestens jetzt muss die betroffene Stelle durch ein Pflaster abgedeckt und so vor weiteren Reizungen geschützt werden. Das Pflaster muss glatt aufgeklebt werden und darf keine Falten bilden.
Öffnen Sie Blasen nicht, bevor sie eingetrocknet sind. Die darunter liegende dünne Haut ist sehr empfindlich und infektionsgefährdet. Bereits geplatzte Blasen sollten mit einer antiseptischen Lösung gespült und mit einer sterilen Auflage abgedeckt werden.
Zur Vermeidung von wunden Stellen und Blasen achten Sie nicht nur auf das richtige Schuhwerk, sondern auch auf nicht rutschende Socken. Vor einer Wanderung ist es ratsam, die Füße leicht mit einer Hautpflegecreme zu behandeln. Bewährt haben sich hier Hirschtalgcreme und Melkfett (gut auch mit Ringelblumenzusatz). Der Fuß sollte schon am Abend vor der Wanderung - zumindest jedoch eine Stunde vor der Tour - eingefettet werden, damit das Fett auch in die Haut einziehen kann (sonst rutschen die Socken, siehe oben!). Wichtig ist auch, leicht schwitzende Füße trocken zu halten.
Es gibt spezielle Blasenpflaster, die auf die typischen Problemstellen wie Fersen, Fußballen und Zehen zugeschnitten sind. Diese Pflaster sind ideal zur Vorbeugung und Behandlung von wunden Stellen und Blasen, da sie die natürliche Heilung des Körpers unterstützen und wie eine zweite Haut vor Druck und Schmerz schützen. Bei stark schwitzender glatter Haut am Fuß kann es aber sein, dass das Pflaster schlecht hält. Hier hilft abtapen: Klebebinde (am besten wasserfest) großflächig und faltenfrei über die gefährdete Zone in sogenannter Dachziegeltechnik (je nach Bedarf 3 bis 6 Stück 12 cm lange Streifen von oben beginnend, jeweils etwas überlappend) um die Ferse kleben.

Ihre Apothekerin, Ihr Apotheker berät gerne zum Thema Bewegung und Sonnenschutz und hilft bei der richtigen Zusammenstellung der Wanderapotheke.