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Was gegen "müde Augen" hilft
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 13. April 2019
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Mehr als 85 Prozent aller Sinneseindrücke vermittelt uns das Auge. Dementsprechend wichtig ist es, auf die Gesundheit unserer Augen zu achten. Deshalb sollte auch alles, was über eine leichte und kurzfristige Reizung dieses sensiblen Sinnesorgans hinausgeht, von einem Augenarzt begutachtet und behandelt werden.
Einige Tipps aus Apothekersicht: Um ein Verkeimen von Augenlösungen zu verhindern, sind diese meist mit einem Konservierungsmittel versetzt, das allerdings seinerseits zu Reizungen oder Allergien führen kann. Konservierungsmittelfrei sind Lösungen in Einmal-Behältnissen, mit speziellen Abgabesystemen, die Verkeimung verhindern oder frische aseptische Zubereitungen von Augentropfen aus der Apotheke. Diese Augentropfen sind nach dem Öffnen höchstens einen Monat verwendbar, mit Abgabesystem bis zu drei Monate - beachten Sie unbedingt die entsprechenden Hinweise der Gebrauchsinformation.
Zur Anwendung von Augensalben zieht man vor dem Spiegel das Unterlid herunter und bringt einen 1 cm langen Salbenstrang in die Lidfalte ein, möglichst ohne das Lid mit der Tubenspitze zu berühren. Danach schließt man ohnehin automatisch das Auge und die Salbe verteilt sich. Beachten Sie, dass Sie nun verschwommen sehen und nicht Auto fahren dürfen.
Abschwellende wirkende Augentropfen, wie sie gerne zur Selbstmedikation bei Bindehautreizungen verwendet werden, dürfen nur kurz eingetropft werden, da sie das Auge austrocknen. Auch Kamillen-Umschläge haben ausgedient, da sie austrocknen und allergisieren.

Vor allem Bildschirmarbeiter klagen oft über trockene Augen. Das führt zu Fremdkörper-Gefühl im Auge, verstärktem Blinzeln, Brennen und zu Rötungen - man hat "müde Augen". Künstliche Tränen wirken nur kurz. Sinnvoller sind Hyaluronat-Augentropfen, da sie das Auge nachhaltig gut befeuchten.