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Sonne, UV und die sogenannten Sonnenallergien
 
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Welche Schäden können UV-Strahlen hervorrufen?


Das UV-Licht der Sonne besteht aus unterschiedlichen Wellenlängen, die auch auf die Haut verschiedenartig wirken.

UVB-Strahlen sind sehr energiereich, kurzwellig und für die Bräunung der Haut verantwortlich. Sie verursachen aber auch Sonnenbrand und schädigen die Erbsubstanz (DNA) der Haut.

UVA-Strahlen sind energieärmer, langwellig und dringen besonders tief in die Haut ein. Sie schädigen die Haut längerfristig und sind für die vorzeitige Hautalterung wie Faltenbildung und Pigmentflecken sowie für Sonnenunverträglichkeiten (sogenannte Sonnenallergien) verantwortlich. Über die sichtbaren Schäden hinaus, können die UVA-Strahlen ebenfalls die Zellen schädigen. Sind die Veränderungen an der DNA gering, werden sie von speziellen »Reparaturenzymen« wieder ausgebessert. Bei schwereren und immer wiederkehrenden UV-Überdosierungen können allerdings dauerhafte Schäden an der DNA entstehen. Sie führen oftmals zur Entartung der betroffenen Zellen und schließlich zur Entwicklung von Hautkrebs.

Unter dem Überbegriff Sonnenallergien werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst:

          • Photoallergische Reaktionen
          • Phototoxische Reaktionen
          • Polymorphe Lichtdermatose
          • Mallorca-Akne
Photoallergische Reaktionen sind Hautveränderungen, die durch das Zusammenwirken von UV-A-Strahlen mit Medikamenten, Pflanzen wie Sellerie, Petersilie und Zitrusfrüchten sowie Parfüms und kosmetischen Produkten aufgrund immunologischer Vorgänge entstehen können. Auch Allergien auf chemische Filter der Lichtschutzpräparate sind bekannt, können aber leicht durch Verwendung von Sonnenschutzpräparaten mit physikalischen Filtersystemen auf Basis Titanoxyd oder Zinkoxyd vermieden werden.

Typische Symptome sind: Hautrötungen, Bläschenbildung, starker Juckreiz, schuppige Haut.

Phototoxische Reaktionen sind Hautveränderungen, welche wie die photoallergische Reaktion, durch das Zusammenwirken von UV-A-Strahlen mit Medikamenten, Pflanzen, Nahrungsmitteln, Parfüms und kosmetischen Produkten, auch Sonnenschutz-Präparaten, entstehen können. Die Ursache beruht jedoch auf einer direkten Wechselwirkung von einer chemischen Substanz zusammen mit UV-A-Licht und körpereigenem Gewebe.

Typische Symptome sind: Hautrötungen, Brennen, Schwellungen, Blasenbildung, Gewebezerstörung

Polymorphe Lichtdermatose (PMD) ist die häufigste Form der Sonnenallergien, welche sich bevorzugt an Hautpartien die noch nicht an die Sonne gewöhnt sind, wie Decolleté, Schultern, Oberarmen und Nacken manifestiert. Die genauen Ursachen sind noch unbekannt. Es gilt jedoch als sehr wahrscheinlich, dass es sich dabei um eine allergische Reaktion handelt, zumal ein starker Juckreiz und das spontane Ansprechen auf antiallergisch wirkende Substanzen darauf hindeuten. Als Auslöser wird hauptsächlich die UV-A Strahlung vermutet. Am meisten sind junge Frauen davon betroffen. Die Hauterscheinungen treten Stunden bis Tage nach der Sonnenexposition auf und verschwinden nach ungefähr 1 – 3 Wochen Sonnengewöhnung. Wichtig ist die Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem UV-A Schutz, auch "hinter Glas". Denn verglaste Räume (Büro, Auto etc.) schützen bei Sonneneinstrahlung nicht vor UV-A-Strahlen!

Die polymorphe Lichtdermatose macht sich durch kleine juckende Pickel und Bläschen auf der Haut bemerkbar. Im akuten Fall helfen kühlende Umschläge und das Meiden von Sonne sowie eventuell - in ausgeprägten Fällen - kortisonhaltige Salben. Man beugt man am besten vor, indem man entweder intensive Sonnenbestrahlung weitgehend unterlässt oder sich durch Kleidung und Sonnenschutzmittel mit hohem UV-A Lichtschutzfaktor dagegen wappnet und die Haut langsam an die Sonne gewöhnt, eventuell mit künstlicher Bestrahlung (stufenweise Lichttherapie).

Mallorca-Akne

Die Mallorca-Akne entsteht durch ein unglückliches Zusammenspiel von UV-Strahlen der Sonne mit manchen Inhaltsstoffen der Sonnenschutzmittel sowie der körpereigenen Talgproduktion. Die dabei entstehenden Stoffe können sich mit anderen Substanzen verbinden und eine Entzündung, vor allem im Bereich der Haarfollikel, auslösen. Am problematischsten sind Sonnenschutzprodukte in Cremen und Emulsionen, da diese Emulgatoren enthalten, welche letztlich für das Entstehen der Mallorca-Akne verantwortlich gemacht werden.

Daher war es üblich, den Personen, die zu Mallorca-Akne neigen, fett- und emulgatorfreie Sonnengele zu empfehlen. Die klebrigen Gele „der ersten Generation“ waren bei den Konsumenten nicht gerade beliebt. Aufgrund der weitaus verbesserten Galenik der modernen Sonnenschutzmittel sind jedoch heute allergiegetestete Marken erhältlich, die nicht mehr als Gele im ursprünglichen Sinn bezeichnet werden können und die in der Anwendung angenehm sind. Wichtig zu wissen ist, dass nicht nur die Sonnenschutzpräparate, sondern auch die Hautpflegesalben und da in erster Linie die After-Sun-Produkte Mallorca-Akne auslösen können. Daher auch bei diesen Produkten auf emulgatorfreie Mittel ausweichen.


Die Österreichische Krebshilfe informiert gemeinsam mit der Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie über den richtigen Umgang mit der Sonne: "Sonne ohne Reue" ist mittlerweile das Markenzeichen für Hautkrebsaufklärung und Vorsorge in Österreich. Weitere Informationen finden Sie unter: www.sonneohnereue.at


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