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Der neue Österreichische Impfplan 2018
 
 
Der Impfplan wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMASGK) und Experten des Nationalen Impfgremiums erarbeitet und aktualisiert. Ziel ist es, einen Überblick über derzeit zur Verfügung stehende Impfungen und diesbezüglich für Österreich einheitliche, evidenzbasierte Empfehlungen zu geben. Es wird differenziert zwischen Basis-Impfungen, welche im Rahmen des kostenfreien Impfprogramms von der öffentlichen Hand getragen werden und anderen wichtigen Impfungen, die nicht im kostenfreien öffentlichen Impfprogramm bereitgestellt werden können, aber dennoch für den Individualschutz empfohlen werden.









Das kostenfreie Impfprogramm des Bundes, der Bundesländer und der Sozialversicherungsträger, in weiterer Folge „kostenfreies Impfprogramm“ genannt, wurde vor fast 20 Jahren von der damaligen Bundesministerin Lore Hostasch ins Leben gerufen. Ziel war und ist es, allen in Österreich lebenden Kindern bis zum 15. Lebensjahr Zugang zu den für die öffentliche Gesundheit wichtigen Impfungen zu ermöglichen, ohne dass dafür den Erziehungsberechtigten Kosten erwachsen. Auf diese Weise sind die meisten impfpräventablen Krankheiten im Kindes- und Jugendalter abgedeckt. Dadurch soll die für den wichtigen „Herdenschutz“ notwendige Impfbeteiligung in der Bevölkerung erreicht werden.

Priorität bei der Auswahl der kostenfreien Impfungen haben einerseits sehr häufig vorkommende Erkrankungen, andererseits seltene, sehr schwer verlaufende Krankheiten. Eine weitere Vorgabe ist es, Kinder mit möglichst wenigen Stichen gegen möglichst viele Krankheiten zu schützen.

Für das kostenfreie Impfprogramm und seine Umsetzung steht den Kostenträgern (Bundesministerium für Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz/Bundesländer/Sozialversicherungsträger) jeweils nur ein definiertes Budget zur Verfügung. Obwohl dieses Budget kontinuierlich gesteigert werden konnte und die Beschaffungsprozesse optimiert wurden, reichen die Mittel nicht aus, um alle verfügbaren und wichtigen Impfungen durch die öffentliche Hand bereitzustellen. Daher erfolgen Ausweitungen und Adaptierungen des Impfplans nur nach genauer Evaluierung der Kosten/Nutzen Relation auf Basis wissenschaftlicher Empfehlungen.

Alle weiteren empfohlenen, jedoch nicht kostenfrei zur Verfügung stehenden Impfungen sind im vorliegenden Impfplan in derselben Tabelle zu finden. Je nach persönlichem Expositionsrisiko können auch diese Impfungen für den Individualschutz sehr wichtig sein, besonders dann, wenn kein kollektiver Impfschutz vorhanden oder erreichbar ist.


Neuerungen/Änderungen 2018

Der gesamte Impfplan 2018 inklusive Tabellen wurde entsprechend den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aktualisiert und überarbeitet, unter Anderem in folgenden Kapiteln:

Tabellen zu Nachhol-Empfehlungen: Präzisierungen und Aktualisierungen

Hepatitis A: Ergänzung zum Vorgehen im Falle von Liefereinschränkungen

Influenza: Ergänzungen zu den Impfstoffempfehlungen und neue Tabelle in Abhängigkeit von Alter und Personengruppe

Pertussis: Präzisierungen

Masern: Präzisierungen und Änderung im Impfschema: bei Erstimpfung im 1. Lebensjahr soll die 2. Impfung nach 3 Monaten verabreicht werden.

Meningokokken B: Ergänzungen in Abhängigkeit des verwendeten Impfstoffes

Reiseimpfungen: Ergänzungen und Präzisierungen

Allgemeine Erläuterungen:

  • Neues Kapitel „Off-Label-Use
  • Neues Kapitel „Möglichkeiten zur Schmerzreduktion
  • Neues Kapitel „Inhaltsstoffe von Impfstoffen
  • Präzisierung und Ergänzung des Kapitels „Impfabstände“ und des Kapitels „Vorgehen bei versäumten Teilimpfungen/Auffrischungen
  • Präzisierung des Kapitels „Vorgehen bei Lieferengpässen von Impfstoffen mit azellulärer Pertussiskomponente

Erweiterte Impfempfehlungen unter besonderer Berücksichtigung von spezifischen Berufsgruppen (Stand 2015)
Die Empfehlungen als Erweiterung des Österreichischen Impfplans finden Sie hier

Impfempfehlung für Helferinnen und Helfer sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Versorgung von Asylsuchenden: hier

Impfempfehlung für in Asyl-Erstaufnahmezentren aufgenommene Personen: hier

Gesamter "Österreichischer Impfplan 2018" hier

Die wichtigsten Tabellen aus dem aktuellen österreichischen Impfplan 2018:




HINWEIS: Prinzipiell sollte jede der empfohlenen Impfung bei Versäumnis ehestmöglich nachgeholt werden. Zeitangaben innerhalb der Pfeile entsprechen empfohlenen (Mindest-)Intervallen. Detailinformationen zu Impfintervallen (Wochen/Monate, etc.) und Empfehlungen für Nachhol-Impfungen siehe Broschüre Impfplan Österreich 2018 (verfügbar unter bmgf.gv.at/impfen) bzw. entspr. Fachinformation.
a bis zur vollendeten 24. (Rotarix, 2 Dosen) bzw. vollendeten 32. Lebenswoche (Rotateq, 3 Dosen)
b wenn im 7.-9. Lebensjahr nur eine dip-Tet-IPV-Auffrischungsimpfung erfolgt ist, spätestens bei Schulaustritt (Pertussis!)
c kostenfreies Impfkonzept nur für Risikokinder: bis zum vollendeten 5. Lebensjahr
d bei Erstimpfung nach dem 1. Lebensjahr erfolgt die 2. Impfung frühestmöglich, mit einem Mindestabstand von 4 Wochen
e ab vollendetem 15. Lebensjahr sind 3 Dosen (0/1(2)/6) notwendig.
f bei Impfbeginn 6-11 Monate insgesamt 3 Dosen: 2 Dosen, Abstand mind. 2 Monate; Auffrischung im 2. Lebensjahr, Mindestabstand 2 Monate zu 2. Impfung
g bei Impfbeginn 12-23 Monate insgesamt 3 Dosen: 2 Dosen, Abstand mind. 2 Monate; Auffrischung 12-23 Monate nach 2. Dosis
h bei Impfbeginn 2-10 Jahre 2 Dosen: Abstand mind. 2 Monate
i bei Impfbeginn ab 11 Jahren 2 Dosen: Abstand mind. 1 Monat (unabhängig vom verwendeten Impfstoff gegen MenB)
j Konjugierter Men-C Impfstoff: Neisvac C: Impfbeginn vollendetes 2. bis vollendetes 4. Lebensmonat: 2 Dosen im Abstand von mindestens 8 Wochen plus eine Auffrischungsimpfung im 12. oder 13. Lebensmonat. Impfbeginn vollendetes 4. Lebensmonat bis vollendetes 12. Lebensmonat: 1 Impfung plus eine Auffrischungsimpfung vorzugsweise im 12. oder 13. Lebensmonat, in jedem Fall aber mit einem Abstand von mindestens 6 Monaten zur letzten Impfung mit Neisvac C. Menjugate/Meningitec: Impfbeginn vollendetes 2. bis vollendetes 12. Lebensmonat: 2 Dosen im Abstand von mindestens 8 Wochen plus eine Auffrischungsimpfung im 2. Lebensjahr mit einem Abstand von mindestens 6 Monaten. Ist die Auffrischungsimpfung im 2. Lebensjahr bei begonnener Impfung im ersten Lebensjahr nicht erfolgt, so sollte diese Dosis auch im 3. Lebensjahr oder später (bis vollendetes 10. Lebensjahr) nachgeholt werden.
k Grundimmunisierung: FSME-Immun: 0/1-3 Monate/5-12 Monate nach 2. Impfung; Encepur: 0/1-3 Monate/9-12 Monate nach 2. Impfung
l bei Influenza-Erstimmunisierung bis zum vollendeten 8. Lebensjahr 2 Impfungen, Abstand mind. 4 Wochen; dann 1 jährliche Impfung ausreichend

Die Tabelle zum Downloaden: hier